„Homophobie ist immer noch Thema!“
Schwules Netzwerk NRW und AIDS-Hilfe NRW werben um Akzeptanz und fordern Gleichberechtigung
Anlässlich des CSD-Empfangs fordern die Landesverbände Schwules Netzwerk NRW und AIDS-Hilfe NRW Respekt und Gleichstellung für Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle in Nordrhein-Westfalen. „Nach wie vor vertreten 20% der Bevölkerung homophobe Einstellungen, nicht selten einhergehend mit der Abwertung anderer Minderheiten oder Benachteiligter. Umso mehr fordern wir mehr Aufklärung, noch bessere Kampagnen und eine breite Solidarität untereinander“, sagt Steffen Schwab, Vorstandsvorsitzender des Schwulen Netzwerks NRW. „Respektlosigkeit gegenüber Homosexuellen ist kein Thema, das in der Vergangenheit begraben und ansonsten in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten zu Hause ist.“
In diesem Zusammenhang begrüßt Schwab, dass die neue Landesregierung die Aufarbeitung und Wiedergutmachung der Verfolgung von 50.000 Männern, die während der Nazidiktatur und darüber hinaus in der Adenauer-Ära aufgrund des §175 StGB verurteilt wurden, ausdrücklich in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen hat. Neben der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld widmet sich die aus der Community heraus gegründete ARCUS-Stiftung ebenfalls der Rehabilitierung der verfolgten Schwulen und Lesben.
Klaus-Peter Schäfer, Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, begrüßt die über 700 Gäste im Kölner Gürzenich und weitet dabei das Motto des ColognePride „Ja, ich will!“ aus, indem er neben der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auch die Würdigung der Verantwortung, die Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung übernehmen, den freien Zugang zu Prävention und medizinischer Versorgung sowie die Entkriminalisierung von HIV-Infektionen fordert.
Zum zwölften Mal verleiht das Schwule Netzwerk NRW die Kompassnadel für herausgehobene Verdienste um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz. Preisträger ist Prof. Dr. Martin Dannecker, einer der Väter der neuen deutschen Schwulenbewegung, der als Wissenschaftler vor 40 Jahren die erste Studie über homosexuelles Leben veröffentlichte und dazu beitrug, einen aufklärenden, präventiven und nicht ausgrenzenden Umgang mit HIV und Aids durchzusetzen. Mit ihm wurden Alfred Schiefer und Ludwig Rubruck ausgezeichnet, die sich in den 1950er Jahren nicht in die Unsichtbarkeit drängen ließen, als schwules Leben noch strafbar war, und in Köln auf vielfältige Weise ehrenamtlich um die Community verdient gemacht haben.
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